logo
TRAUNSTEIN
 Home | Brennpunkte | EBS-Kraftwerk Trostberg

EBS-Kraftwerk Trostberg

Sieg über die Müllverbrenner

Großes Aufatmen in Trostberg: Am 29. Januar 2008 gibt die bundesweit tätige Firma SOTEC bekannt, dass sie  ihre Pläne, mitten in Trostberg eine Müllverbrennungsanlage zu errichten, aufgeben will. Das EBS-Kraftwerk (EBS = Ersatzbrennstoffe) hätte eine Jahreskapazität von 150000 to gehabt; in die Rauchgasreinigung hätte man 23000 to Industrieabwässer eingedüst, die bisher als Sondermüll entsorgt werden mussten. Das wäre die erste Anlage dieser Art in Deutschland gewesen -  eine neue Dimension der Umweltverschmutzung. Es sah nicht gut aus für die Gesundheit der Trostberger Bürger: Der Stadtrat hatte einstimmig einer Änderung des Bebauungsplans zugestimmt; die Bürger wurden erpresst mit der Drohung, ohne die billige Energie aus dem EBS-Werk müsse die benachbarte Papierfabrik Rieger schließen und es gingen dadurch 200 Arbeitsplätze verloren. Das von der Bürgerinitiative „Saubere Energie für Trostberg“,  und den lokalen Umweltvereinen initiierte und von der BN-Kreisgruppe Traunstein unterstützte Bürgerbegehren gegen die Anlage scheiterte mit 48% zu 52%  nur ganz knapp.

Das rief aber die Kräfte des Widerstands erst recht auf den Plan. Die EBS-Gegner starteten eine breit angelegte Informationskampagne  Zu den Aktivitäten gehörten z.B. zahlreiche Infostände, eine Luftballon-Aktion, die Einrichtung eines Runden Tisches, dem auch der Bund Naturschutz angehörte. Die Allianz zwischen der engagierten Bürgerinitiative vor Ort und dem landes- und bundesweit tätigen BN bzw. BUND bewährte sich.  Innerhalb von neun Monaten traten der BI 500 Mitglieder bei, und auf dem Spendenkonto für eine mögliche gerichtliche Auseinandersetzung sammelte sich ein ansehnlicher Betrag.

Für die nach dem verlorenen Bürgerentscheid einsetzende Aufklärungskampagne konnten neben oppositionellen  Landespolitikern auch die besten Fachleute aus dem Bundesgebiet gewonnen werden. Nacheinander kamen nach Trostberg: Der Hamburger Umwelttoxikologe Prof. Kruse, der renommierte Gutachter für Umwelttechnik, Dip. Ing. Peter Gebhardt (Salzböden) und der Umweltwissenschaftler Prof. Dr. Michael Braungart (Lüneburg und Hamburg). Die Trostberger Bürger konnten sich davon überzeugen, das die geplante Anlage die Grenzwerte nur knapp erreichen, aber weit hinter dem möglichen Stand der Technik zurückbleiben würde. Ebenso wurde deutlich, dass es in Deutschland bereits viel zu viele Müllverbrennungswerke  gibt und dass auch ohne die Trostberger Anlage schon der Müll aus ganz Europa zusammengekarrt werden muss, um die Kapazitäten auszulasten. In einem leidenschaftlichen Referat prangerte Prof. Braungart die Müllverbrennung als Steinzeittechnologie an. Die EBS-Kraftwerke würden stoffliches Recycling und die Entwicklung recyclingfähiger Produkte verhindern. Die Kampagne zeigte  Wirkung: Im Trostberger Stadtrat brach die große Nachdenklichkeit aus, die SOTEC zog ihren Antrag auf Eindüsung der Mutterlaugen zurück. Die engagierten Bürger fühlten angesichts  des stark verbesserten Informationsstandes,  dass die Zeit für ein zweites Bürgerbegehren gekommen war. Mitten in die einleitende Unterschriftensammlung hinein platzte jetzt die Nachricht vom endgültigen Rückzug des Betreibers.

Ein guter Tag für Trostberg, für Bayern und für ganz Deutschland!

 

Hermann Eschenbeck, Vorsitzender des Bund Naturschutz Kreisgruppe Traunstein und BI-Vorsitzender Stefan Schulz unterzeichneten einen Vertrag, der die fachliche und finanzielle Zusammenarbeit der beiden Organisationen im Kampf gegen das EBS-Kraftwerk regelt.

 

     

Unterschriften-Aktion

Sagen Sie JA zum Nationalpark Steigerwald !

Ja, ich will helfen:

Landesverband
Bund Naturschutz
in Bayern e.V.

Kreisgruppe Traunstein

Vorsitz:
Beate Rutkowski

Scheibenstrasse 22
83278 Traunstein

Tel: 0861-12297
Fax: 0861-2093268

Email